بەشەکان

Bestechungsverdacht in Generalkonsulat12.000 Dollar

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Bestechungsverdacht in Generalkonsulat12.000 Dollar für ein deutsches Visum Im deutschen Generalkonsulat in Erbil sollen syrische Flüchtlinge nach SPIEGEL-Informationen gegen Geld mit manipulierten Visa ausgestattet worden sein. Doch eine konsequente Aufklärung der Missstände unterblieb lange. Für Jassem M. spielt Geld irgendwann keine Rolle mehr. Seit Jahren hat der Syrer seine Familie nicht gesehen. Bereits 2015 sind seine Frau und die vier Kinder vor dem Krieg nach Deutschland geflohen. Vater Jassem will nachkommen, doch eine Familienzusammenführung scheitert. Er strandet im irakischen Erbil, doch schließlich hält er es nicht mehr aus. “Ich habe gewartet, bis es nicht mehr ging. Dann habe ich mich entschieden, auf eigene Faust nach Deutschland zu gehen”, sagt Jassem M. später dem SPIEGEL. Diesmal soll nichts schiefgehen, koste es, was es wolle. ADVERTISEMENT Im Herbst 2017 lernt M. in einem Café in Erbil einen Mann kennen, der ihm von einem sicheren Weg nach Deutschland erzählt. Es gebe da eine Möglichkeit, Erfolg garantiert. “Er sagte, er könne mir ein Visum für Deutschland besorgen”, so Jassem M. Ein Visum, mit dem man per Flugzeug einreisen könne. Der Familienvater und der Schleuser einigen sich auf einen Preis von 12.000 Dollar – zu zahlen erst, wenn M. den Pass mit dem Visum tatsächlich in den Händen hält. Sobald er deutschen Boden betrete, so der Schleuser, könne Jassem einfach Asyl beantragen, das Visum sei nur für die problemlose Einreise gedacht. Die Sehnsucht nach seiner Familie, die Jassem M. so plagt, weicht der Hoffnung: “Hätte er 15.000 oder 20.000 Dollar verlangt, hätte ich auch das bezahlt. Für meine Kinder.” Der Schleuser liefert, alles läuft wie versprochen. Ausgestattet mit einem Passbild und einem Formular, das ihm der Schmuggler zuvor gegeben hat, beantragt Jassem M. im deutschen Generalkonsulat in Erbil am 18. Oktober 2017 ein Visum im Rahmen eines sogenannten Landesaufnahmeprogramms. Nur zwei Wochen später kann M. seinen Pass dort wieder abholen, in den Seiten klebt tatsächlich das begehrte Visum. Der Vater bucht einen Flug, über Bagdad und Istanbul reist M. am 21. November 2017 nach Deutschland ein. Bei den Passkontrollen gibt es kein Problem, das gekaufte Visum ist echt. Nun braucht Jassem M. den Ausweis mit dem Visum nicht mehr. “Am Flughafen in Deutschland kam jemand zu mir und hat mir meinen Pass wieder abgenommen, damit keiner Fragen stellt”, so der 46-Jährige. “Dass das so läuft, war auch mit dem Schleuser in Erbil abgesprochen”. Endlich ist Jassem M. am Ziel Der Spiegel: Von Jörg Diehl, Roman Lehberger und Andrew Moussa Montag

, 26.11.2018

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